Rechtsanwalt

Matthias Miersch mit dem aktuellen Linda-Aufkleber

Warum Jura?

Gerechtigkeit ist eine elementare Sache, die immer wieder neu erstritten werden muss. Daran mitzuwirken ist eine tolle Aufgabe.
In Hannover habe ich Rechtswissenschaften studiert. Das Aufbau- und Ergänzungsstudium an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer war ein erfrischender Tapetenwechsel. Aufgrund meiner Ratstätigkeit war Speyer eine ganz wichtige Station, da dort im Bereich des öffentlichen Rechts kritische und kluge Köpfe lehren, die schon immer einen Schritt weiter gedacht haben. Bereits Mitte der 90er Jahre haben wir über Themen wie Bürokratieabbau, moderne Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung, neues Dienstrecht etc. diskutiert. Die Idee, eine Bürgerbefragung in Laatzen über den Wiederaufbau des abgebrannten Stadtbades durchzuführen, ist hier entstanden.

In meiner Doktorarbeit habe ich mich mit dem Verhältnis von Gesetzgeber, Gesetz und Richter seit dem 18. Jahrhundert beschäftigt und untersucht, wie wesentliche Elemente des Verfassungsstaates der Neuzeit entstanden sind. Die Arbeit ist inzwischen zweimal rezensiert worden. Dass einer der Rezensenten den Richtern der höchsten Gerichte empfohlen hat, das Buch zu lesen, um über das Wechselspiel der verschiedenen Verfassungsorgane nachzudenken, hat mich besonders gefreut, da ich inzwischen mehrfach vor dem Bundesgerichtshof und dem Europäischen Gerichtshof verhandelt habe.

Als Rechtsanwalt habe ich zwei Schwerpunkte:

Ich bin Fachanwalt für Strafrecht. Strafrecht ist elementar und urmenschlich. Jede Tat hat ihre Ursache und es ist das Grundprinzip des Rechtsstaates, jeder Person das Recht auf angemessene Verteidigung zu gewähren.
Mein zweiter Schwerpunktbereich ist das Sorten- und Saatgutrecht. Dem ehemaligen US-Außenminister Kissinger wird die Aussage zugeschrieben:
"Beherrsche die Energie, und du beherrscht die Nationen. Beherrsche die Nahrung, und du beherrscht die Menschen." In den letzten Jahren ist der Versuch der Industrie zu beobachten, eine stetige Erweiterung der Rechte auf Saat- und Pflanzgut zu erreichen. Es geht um die Steuerung der Ernährung vom Acker bis zum Tellerrand, wie es einmal ein Konzern-Vertreter formuliert hat. Mit einem Patentanwalt aus München kämpfe ich inzwischen für mehr als tausend Landwirte, die sich in der Interessengemeinschaft gegen die Nachbaugebühren und Nachbaugesetze zusammengeschlossen haben. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass das Problem der Gentechnik und die Auswirkung auf Landwirte und Verbraucher, die ohne Gentechnik leben und wirtschaften wollen, ein neues Aufgabenfeld sein wird.

So vertrete ich zum Beispiel Landwirte, die sich für den Erhalt der alten Kartoffelsorte Linda einsetzen. Das Sorten- und Saatgutrecht war auch Gegenstand von Anhörungen vor den Agrarausschüssen des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments, bei denen ich als Sachverständiger gehört wurde.