Wissen ist Zukunft - Heiße Diskussion um aktuelles Thema

Die Wärme und die Fußball-EM schreckten nicht davon ab, der Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch zu folgen. Eingeladen waren die Lehrter Bürgermeisterin Jutta Voß, die ehemalige Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn und neben Regionspräsident Hauke Jagau auch Fachleute von Bildungsträgern, Schulen und der IHK.
Die aktuellen Meldungen über die Ausbildungsplatzsituation bildeten einen passenden Ansatz für die Diskussionsveranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion. Trotz einer Verbesserung auf dem Ausbildungsplatzmarkt stehen nach wie vor zu viele junge Menschen vor verschlossenen Türen – diejenigen Jugendlichen nämlich, die einen schlechten bzw. keinen Schulabschluss haben.
Die Weichen für gute oder schlechte Chancen werden bereits lange vor dem Ende der Schulzeit gestellt. „Wenn Kinder bereits in der Grundschule resignieren, ist das System nicht in Ordnung“, so Matthias Miersch. „Es gibt wenig Einflussmöglichkeit aus Berlin. Wir können lediglich immer wieder Programme auflegen. Bildungspolitik ist verfassungsrechtlich Ländersache. Die föderale Struktur unterbindet leider eine Öffnung des Systems.“
Mehr Einflussmöglichkeit aus Berlin, aber kein Zentralismus. Das ist eine der Kernforderungen. Die Kommunen als Schulträger müssen stark gemacht werden. Aber eine Stärkung ist nur mit einer soliden finanziellen Ausstattung zu erreichen. Dies muss einhergehen mit einer besseren Vernetzung aller.
In einem flammenden Appell mahnte die ehemalige Bundes-Bildungsministerin Edelgard Bulmahn bei den Verantwortlichen mehr Mut an. Die niedersächsische Landesregierung ließe ein Interesse an der Neuorganisation des Bildungssystems vermissen, wie es von Experten und der SPD schon seit Langem gefordert wird. „Der Deutsche Bundestag hat in der vergangenen Woche das Projekt ,Ausbildungsbonus’ auf den Weg gebracht. Es fördert speziell die jungen Menschen, die bei einer Suche nach einem Ausbildungsplatz schon mehrfach leer ausgegangen sind. Rund 690 Millionen Euro sollen in die Zukunftschancen von Jugendlichen investiert werden“, berichtet Edelgard Bulmahn.
„Die Verantwortlichen aller Ebenen müssen dafür sorgen, in der Zukunft bessere Ausgangspositionen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Jede Volkswirtschaft muss daran interessiert sein, dass die Menschen gut gebildet und gut ausgebildet sind“, so Matthias Miersch abschließend.

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