Prof. Dr. Christian Pfeiffer: „Lust auf Leben wecken!“

Ein gewaltfreies Elternhaus, Akzeptanz der Kinder in der Familie und ein gutes Schulsystem sind Schlüssel für die Eindämmung von Jugendkriminalität. Dies ist das Ergebnis einer Veranstaltung, die der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch am vergangenen Donnerstag mit dem ehemaligen nds. Justizminister und Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Prof. Dr. Christian Pfeiffer, durchführte.
„Das Thema muss auf allen politischen Ebenen behandelt werden“, so Matthias Miersch, der sich erfreut zeigte, das er als Gäste die Landtagsabgeordnete Silke Lesemann, Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Vertreter der Schulen und der Jugendpflege sowie zahlreiche Eltern aus seinem Wahlkreis begrüßen konnte.
In einem packenden und hoch interessanten Vortrag schilderte Prof. Pfeiffer neue Forschungserkenntnisse. „Viele Stunden vor dem Computer und ohne Bewegung lassen die Kinder sozial und geistig verarmen“, so Christian Pfeiffer. Es sei nicht verwunderlich, dass die Pisa-Verlierer Deutschland und Österreich deutlich höhere Kriminalitätsraten aufwiesen als Länder, in denen Ganztagsschulen selbstverständlich sind. Ziel aller Akteure müsse es sein, bei Kindern Lust auf Leben zu wecken. Pfeiffer sprach sich vor dem Hintergrund seiner Forschungsergebnisse für eine strengere Überprüfung Gewalt verherrlichender Computerspiele aus. Zudem regte er an, verstärkt Vertrauenspersonen in Bildungseinrichtungen zu etablieren, die Anlaufstelle für Kinder mit häuslichen Problemen sein könnten. Positiv hob er das Modellprojekt „Pro Kind“ hervor, das in Laatzen ein neues Hilfsangebot für junge Familien darstellt.
Matthias Miersch appellierte an die Gäste, für die notwendige Sensibilität im Umgang mit neuen Medien zu sorgen und lud Christian Pfeiffer spontan ein, den Vortrag vor Familien- und Innenpolitikern seiner Fraktion in Berlin zu halten, was Christian Pfeiffer sofort zusagte.

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