SPD-Bundestagsfraktion diskutiert über Zukunft der Pflege

2010-05-27_FvO Pflege
 

Zweimal im Jahr haben SPD-Bundestagsabgeordnete die Möglichkeit, im Namen der Bundestagsfraktion zu „Fraktion-vor-Ort“-Veranstaltungen einzuladen. Gemeinsam mit seiner Kollegin Gabriele Lösekrug-Möller hatte sich der Abgeordnete Matthias Miersch für eine Diskussion über die Zukunft der Pflege entschieden.

Im gut besuchten Dorfgemeinschaftshaus in Ronnenberg gaben die Abgeordneten einen Einblick in die aktuelle politische Debatte zur Pflege. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels könne die Frage des Alterns nur als Gemeinschaft beantwortet werden, so Miersch.

Lösekrug-Möller sprach von der Pflege in Anlehnung an die Bankenrettung als systemrelevantem Bereich. Betrachtet dürften aber nicht nur die Herausforderungen werden, sondern ebenso die Chancen eines wachsenden Marktes.

Die Abgeordneten hatten vier Pflegeeinrichtungen eingeladen, um sich über die Praxis informieren zu lassen. „Ziel dieser Veranstaltung ist es, uns Politikern Informationen mit auf den Weg zu geben, an welchen Stellen es im Pflegebereich noch Nachholbedarf gibt“, so Miersch.

Gehrdens Sozialamtsleiterin Barbara Zunker stellte für Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg, Springe und Wennigsen den „Pflegstützpunkt Deister“ vor. Die Kooperation der Kommunen im Pflegebereich ist notwendig, um die Finanzierung sicherzustellen. Dennoch seien die Förderbedingungen für diese Art der Pflegeberatung noch zu hoch, so dass das Projekt noch vor einigen Schwierigkeiten stehe.

Aus Springe war zudem das Haus Rosengarten vertreten, eine Tageseinrichtung für Pflege, die einen Mittelweg zwischen ambulanter und stationärer Betreuung geht und einem bedürfnisorientierten Ansatz für die zu Pflegenden folgt.

Besonders kritisiert wurde die Pflegepolitik der niedersächsischen Landesregierung. Obwohl alle Bundesbürger den gleichen Beitragssatz für Pflege bezahlen, bilde der Pflegesatz in Deutschland das Schlusslicht, bemängelte Pflegeexpertin Agnes Schulze-Althoff, die im Wahlkreis von Gabriele Lösekrug-Möller verschiedene Pflegeeinrichtungen der AWO betreut.
 

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